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Irrgarten 0081 - Paidomazoma: Der Kirschbaum auf dem Berge

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0081 Paidomazoma

Im Dunkel der anbrechenden Nacht sollen die Kinder über die Berggrenze in ein friedliches Land fliehen. Der Weg führt an einem alten Kirschbaum vorbei. Doch wie gelangen sie in der Dämmerung dort hinauf?

INFO Buchempfehlung: "Der Kirschbaum auf dem Berge" von Panagiotis Th. Gekas

Der zweite Weltkrieg endete in Europa am 8. Mai 1945. Manchenorts aber zeigte die hässliche Fratze des Krieges erst jetzt ihr wahres Antlitz; denn nach den länderübergreifenden Aggressionen stritten in den zerrütteten Nationen nun Brüder und Nachbarn um Macht und Futtertröge. Fernab der einst umkämpften Grenzen hielt die Bedrohung von Leib, Leben und Besitz Einzug in Dörfer und dünn besiedelte Landschaften. So auch in Griechenland, wo Linke und Konservative mit Unterstützung der Machtblöcke in Ost und West beim Kampf um die Vorherrschaft auch Frauen, Alte und Kinder in Mitleidenschaft zogen und sich zugleich in propagandistischen "Schutzmaßnahmen" der betroffenen Familien übertrafen. Zu ihnen zählt das Paidomazoma (deutsch: "Kinderlese"), währenddessen rund 28.000 Kinder ihren Familien entrissen und auf diverse Ostblockstaaten verteilt wurden. Etwa 1.200 davon landeten in Ostdeutschland.

Mit seinem Buch "Der Kirschbaum auf dem Berge" wagt Panagiotis Gekas den höchst subjektiven und zugleich beispielhaften Rückblick in eine zerrissene Kindheit, gefolgt von einem Leben im Spannungsfeld zwischen den beiden deutschen Nachkriegsstaaten. Das Ergebnis ist einzigartig: Schonungslos die eigene Fehlbarkeit und Verletzlichkeit preisgebend, arbeitet der Autor ein vernachlässigtes Stück persönlicher wie globaler Geschichte auf, durchsetzt von dunklen Rissen und Erinnerungslücken. Am Ende dieses spürbar schmerzlichen Prozesses steht ein literarisches Fragment, das den Leser in all seiner Zerbrechlichkeit tief berührt, wo vermeintlich objektive Geschichtsschreibung lediglich belehren kann. Ihre schillernde Farbe und Faszination beziehen die Splitter im Gekasschen Kaleidoskop aus den mächtigen Wirkkräften des Lebens selbst: Wille und Schicksal, Lieben und Leiden, Streben und Sterben. Die schriftstellerische Leistung aber liegt im kaum fassbaren und doch klaren Gesamtbild, zwischen dessen Zeilen immer wieder strahlengleich Lebensweisheit und warmer Humor hervorblitzen. Und auch wenn der Autor mit ergänzenden Wortbeiträgen anderer großzügig-bescheiden über die eigene Person hinausweist - dem Herzen des Lesers unvergesslich bleiben allein seine "autobiographischen Skizzen".

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